Pfarrei Corpus Christi

Vom Altardienst nach Malawi

Messdienerin Paula Kruse jetzt Missionarin in Afrika

Moni onse!- Hallo zusammen!

Ich bin Paula Kruse, 19 Jahre alt und schon seit 9 Jahren aktive Messdienerin in unserer Herz Jesu Gemeinde. Nach meinem Abitur letztes Jahr 2018 habe ich mich dazu entschlossen einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen. Und nun bin ich schon ganze 6 Monate hier in Malawi, Südost Afrika. Die Franziskanerinnen Salzkotten sind meine Entsendeorganisation und ermöglichen mir mein MaZ-Jahr in Malawi. MaZ bedeutet ‚MissionarIn auf Zeit‘ und heißt, dass ich ein Jahr eng in einem Schwesternorden mit lebe, mitbete und mitarbeite. Wie ich diese 3 Dinge zur Zeit erlebe, möchte ich Ihnen und Euch gerne näher erzählen.

 

Ich lebe im westlichen Teil Malawis nahe der sambischen Grenze in einem kleinen Dorf namens Guilleme. Das Haus, in dem ich mit meiner Mitfreiwilligen lebe, befindet sich direkt auf einem Internatsgelände. Hier teile ich mein Leben mit rund 360 Mädchen im Alter von 9 bis 15 Jahren.

Meine Hauptaufgabe liegt in der direkt angrenzenden Mädchengrundchule und zwar im Unterrichten einer 6. Klasse. Das Fach, welches ich unterrichte, heißt ‚Expressive Arts‘ und beinhaltet Themenbereiche wie Kultur, Sport, Kunst und Musik. Mir macht das Unterrichten sehr viel Spaß, weil ich kreativ sein kann und eigene Ideen einbringen kann.

Neben dem Unterrichten unterstütze ich das LehrerInnenkollegium, indem ich Plakate zeichne, Dokumente abtippe oder sonstige anfallenden Aufgaben erledige.

Mittags geht es für mich dann nach Hause, wo die alltäglichen Aufgaben auf mich warten. Gerade in den ersten Monaten waren diese zunächst ziemlich ungewohnt für mich. Da es keine konstante Stromversorgung für das Land gibt, gibt es häufige Stromausfälle, sodass ich oftmals das Essen über dem Feuer zubereiten muss. Außerdem gibt es hier keine Spül-/ oder Waschmaschinen, sodass alles per Hand gewaschen wird. Nach ein paar Monaten sind diese Tätigkeiten für mich aber normal und Alltag geworden.

Nachmittags und besonders abends widme ich mich dann den Mädchen vom Internat. Jeden Abend gehe ich durch die Schlafräume und rede, singe, tanze oder spiele mit Ihnen. Zu vielen Kindern konnte ich schon eine enge Beziehung aufbauen. Auch am Wochenende verbringe ich Zeit mit den Mädchen. Samstags und sonntags dürfen sie zu unserem Haus kommen und sich Spiele, Bücher, Springseilchen und Bälle ausleihen. Gerne spiele ich hierbei auch mit, quatsche mit ihnen oder lese eine Geschichte vor.

Nun komme ich zum MITBETEN. Der christliche Glaube spielt in der malawischen Kultur eine wichtige Rolle. Diese Erfahrung durfte ich bis jetzt in meinem Dorf Guilleme auch machen. 3 mal die Woche gehe ich mit den Mädchen vom Internat zur Kirche. Die Messen sind schwer vergleichbar mit den mir bekannten Messen aus Deutschland. Der Ablauf lässt sich zwar mit dem in Deutschland vergleichen, jedoch gibt es viele kleine Unterschiede. Die Kirche ist immer so voll, dass sogar teilweise die Menschen und besonders die vielen Kinder auf dem Boden sitzen müssen.  Alle Menschen aus den umliegenden Dörfen kommen sonntags zur Kirche, um den Gottesdienst gemeinsam zu feiern. Jeder Gottesdienst wird von einem Chor begleitet, welcher die ganze Zeit in Bewegung ist. Es passiert auch des Öfteren, dass zwischendurch die Menschen aufstehen und mittanzen, -klatschen und –singen. Ich habe das Gefühl, dass der Glaube hier die Menschen sehr zusammenschweißt. Auch im Alltag findet man immer wieder Gebete. Jeden Tag in der morgendlichen Versammlung in der Schule wird gebetet, vor jeder Lehrersitzung und abends in den Schlafräumen beten die Mädchen mit mir. So nimmt der Glaube auch in meinem Alltag einen großen Stellenwert ein – ich kann mich intensiv mit Gott auseinandersetzen und daraus Kraft schöpfen.

Das war ein kleiner Einblick in mein Leben in Malawi. Alles in allem kann ich sagen, dass ich hier mein 2. Zuhause gefunden habe und mich sehr wohl fühle. In dem kommenden halben Jahr werde ich versuchen noch mehr in die Kultur einzutauchen, Freundschaften zu schließen und das kleine Land mit seiner großen Vielfalt näher kennen zu lernen.

Ich danke allen aus der Gemeinde, die mich unterstützen und an mich denken.

Ich sende allen liebe Grüße.

Bis bald! - Tionana!

Paula Kruse