Caritas

Caritas

Die Helferinnen der Caritaskonferenz bemühen sich um die caritativen Aufgaben der Gemeinde.
Die Konferenz (Caritas-Gruppe) tagt jeden 3. Dienstag im Monat um 15 Uhr im Pfarrheim Am Marktplatz (Vorträge zu interessanten Themen werden angekündigt). Wir bieten allen Interessierten die Möglichkeit, sich ehrenamtlich in die verschiedenen Aufgabenbereichen der caritativen Hilfe einzubringen. Folgende Aktivitäten bestehen in unserer Gemeinde:

  • Arbeit mit Bedürftigen:
    Mitarbeit in der Suppenküche und der Kleiderkammer des Caritasverbandes der Stadt Castrop-Rauxel
  • Arbeit mit Senioren:
    Besuchsdienste im Altenheim St. Josef
  • Besuchsdienste:
    Besuche zu Geburtstagen und Weihnachten,
    Krankenbesuche
  • Sammlungen:
    Haussammlung (2x jährlich)
    Kirchentürsammlung (1x jährlich)
  • Zusammenarbeit
    mit den anderen Gruppen und Gremien der Gemeinde

Für die Zukunft der Caritaskonferenz unserer Gemeinde wünschen wir uns ...
... dass weitere Helferinnen und Helfer unsere Arbeit tatkräftig unterstützen,
... dass wir die Straßenbezirke unserer Gemeinde bald flächendeckend besuchen und betreuen können,
... dass wir noch besseren Kontakt mit den Hilfsbedürftigen unserer Gemeinde bekommen,
... dass wir die oft übersehene Not in unserer Nachbarschaft aufspüren und lindern können - mit Ihrer Hilfe.

Ansprechpartnerin: Frau C. Kaese - Tel.: 73406

 

 

Es gibt so viel zu erzählen
Artikel von Julia Grunschel am 19. Oktober 2007
aus den Ruhr-Nachrichten


ICKERN Der Mittwoch ist immer ein ganz besonderer Tag für Centa Schmidt. Genauer gesagt, die Zeit von 15 bis 17 Uhr. Denn dann kommt Irma Cholewa zu Besuch. Seit März hat sich das so eingebürgert.
Centa Schmidt (r.) zeigt Irma Cholewa alte Fotos und lässt die Seniorenbegleiterin an ihren Erinnerungen teilhaben.
RN-Foto: Grunschel
„Ach, da bist du ja endlich“, empfängt die 87-Jährige ihre Seniorenbegleiterin voller Vorfreude, kann es kaum erwarten ihr die Neuigkeiten der letzten Tage zu erzählen. Anrufe, Besuche, spontane Treffen beim Einkaufen – das ist, was Centa Schmidts Leben bunter macht.

Erzählfreudigkeit

So aufgeschlossen und erzählfreudig die ältere Dame auch ist, so einsam und zurückgezogen lebt sie. „Heute hatte ich ein schönes Telefonat“, platzt es aus ihr heraus, „eine ehemalige Nachbarstochter hat mich angerufen und kommt am Freitag zu Besuch.“ Irma Cholewa hört aufmerksam zu, freut sich mit ihr. Die 64-Jährige weiß, wie wichtig Kontakte für Centa Schmidt, die 1964 von Bayern nach Castrop-Rauxel gezogen ist, sind. Die eigene Tochter kommt nur unregelmäßig zu Besuch. „Ich mach ihr keine Vorwürfe, sie hat viel um die Ohren“, entschuldigt Centa Schmidt, „aber traurig macht mich das schon manchmal.“

„Sag mal, was machst du denn am 25. Oktober?“, versucht Irma Cholewa die 87-Jährige auf andere Gedanken zu bringen. „In St. Antonius ist Herbstfest“, erzählt die Seniorenbegleiterin. „In der Kirche? Ach, du weißt doch, ich geh nicht gern in die Kirche“, wehrt Centa Schmidt ab. „Nicht in der Kirche, im Pfarrheim wird gefeiert. Das würd‘ dir auch Spaß machen“, ist sich Irma Cholewa sicher. Mittlerweile weiß die Rentnerin genau, für was sie Centa Schmidt begeistern kann. Zum Besuch des Malteser-Cafés hat die Ickernerin, die dort auch mithilft, die 87-Jährige schon zwei Mal überreden können. So profitiert Centa Schmidt von den ehrenamtlichen Tätigkeiten ihrer Seniorenbegleiterin.

Erstes Treffen

An ihr erstes Treffen können sich beide noch gut erinnern. „Sie kenn ich“, hat Centa Schmidt das Eis gebrochen. Sie war sich sicher, Imra Cholewa schon oft in Ickern gesehen zu haben. „Ich hab da ja auch 20 Jahre als Kassiererin gearbeitet“, erwiderte die 64-Jährige. Seitdem ist den Frauen der Gesprächsstoff nicht ausgegangen. Die gemeinsame Zeit vergeht im Flug. „Spiele haben wir noch nie herausgeholt“, betonen sie. Stattdessen reden sie über ihre alten Berufe. Irma Cholewa wollte ursprünglich Krankenschwester werden, Centa Schmidt, die eigentlich Hotelfachfrau gelernt hat, war es im Krieg. Oder über Urlaube. Bis zum 83. Lebensjahr fuhr Centa Schmidt noch zweimal pro Jahr mit dem eigenen Auto in ihre Heimat Bayern. Oder über Politik. Oder über ihre verstorbenen Männer. „Meiner hat immer gesagt, es ist gut, dass du dich um ältere Menschen kümmerst, wer weiß, was mal mit uns ist. Seine Worte geben mir heute noch Kraft“, sagt Irma Cholewa, die auch in der Suppenküche und Kleiderkammer der Caritas arbeitet und seit sieben Jahren alle zwei Wochen zu Besuchen in das Altenheim St. Josef geht.

„Ein Altenheim habe ich mir letztens auch angeguckt“, greift Centa Schmidt den Faden auf, „aber das ist nichts für mich. Ich will da nicht hin.“ Lieber will sie mit der Hilfe vom Pflegedienst alleine leben. „Ich bin froh, dass Irma zu mir kommt“, sagt Centa Schmidt dankbar. Geht die Seniorenbegleiterin nach Hause, ruft sie ihr auch deshalb jeden Mittwoch nach: „Hoffentlich kommst du bald wieder!“


In zwei Kursen innerhalb eines Jahres haben der Caritasverband und das Deutsche Rote Kreuz unter der Leitung von Elisabeth Kister 11 Seniorenbegleiter ausgebildet.

  •  Die frisch ausgebildeten letzten fünf Seniorenbegleiter vermittelt Elisabeth Kister zurzeit und guckt, zu welchem Senior welcher Begleiter passt.
  •  Die Tätigkeit machen die elf Frauen und Männer ehrenamtlich und treffen sich in der Regel einmal pro Woche mit ihren Partnern. Außerdem tauschen sie sich monatlich untereinander aus.
  •  Pflegerische und hauswirtschaftliche Tätigkeiten fallen nicht unter die Aufgaben eines Seniorenbegleiters. Die Ehrenamtlichen besuchen ihre Partner, reden mit ihnen, trinken Kaffee, gehen mit ihnen spazieren, kaufen ein oder gehen zum Arzt.
  •  Informationen erteilt Silvia Engemann von der Caritas unter Tel. 9 23 55 37.